INTERN

Das Donaudampfschiffhafen-Projekt
Keine Schatzsuche, sondern Gerätetest und -vergleich
Nach unserer Vermessungsarbeit Ende März war es Mitte April endlich soweit:

Innerhalb drei Tage führte Triton die ersten archäologischen Sonar-Scans der Donau im Bereich des Gänsehäufels durch.

Nach unserem Testlauf am vorherigen Samstag konnten wir am Mittwoch den 16. April mit ganzen Elan zur Tat schreiten. Unter der Leitung von Cyril Dworsky arbeiteten drei Archäologen, zehn Studenten der Ur- und Frühgeschichte bzw. Klassischen Archäologie, unser Geophysiker Neil Jones und der Techniker Matthäus Häupl  in dem Projekt zusammen.  Zwei  Boote bekamen wir freundlicher Weise von dem Bootsverleih „Marina-Hofbauer“, sowie ein Schlauchboot von der Brauerei „Ottakringer“  zur Verfügung gestellt. Weitere benötigte Geräte und Materialien brachten wir selbst mit. 

Jeder von uns war für einen bestimmten Bereich zuständig oder für ein gewisses Gerät verantwortlich. Um keine Verwirrung zu stiften wurden die Geräte mit von uns auserwählten Namen versehen. So kümmerte sich beispielsweise Matthäus um seine Antriebsstation „Karl“ (ausgesprochen: „Koarl“) und Isabella und Max um die Umlenkstation „Olsen“.
Denn damit die Scans so genaue Daten wie möglich erbringen, wurde immer zwischen zwei bereits eingemessenen Stationspunkten ein Seilzugsystem über die Donau gespannt.
Dieses sorgte dafür, dass unser Sonargerät „Egon“ in einer geraden Linie, von „Karl“ zu „Olsen“, über das Messfeld fahren und währenddessen mit dem Tachymeter eingemessen werden konnte.
Durch ein Verbindungskabel wurden die Daten des Sonargeräts auf das Messboot gesendet und dort von Neil beobachtet, interpretiert und aufgezeichnet.Das Messboot musste somit bei jedem Scan neben „Egon“ herfahren. Was sich als nicht ganz so einfach herausstellte, da Wind und Wetter das Boot entweder zu sehr von „Egon“ ab- oder gefährlich Nahe herantreiben lies. Zudem dauerte jeder Scan um die 30 Minuten, da das Sonargerät um eingemessen werden zu können nicht zu schnell fahren durfte. Doch unsere Ruderer Alex und Michi hatten nach anfänglichen Schwierigkeiten bald das richtige Gespür für das Boot und „die See“.
Neil testete an „Egon“ zwei verschiedene Sonargeräte. Ein kanadisches Tiefensonar und ein von ihm selbst Entwickeltes, das er liebevoll „Möllergasse Device“ nannte. Unsere Arbeit war also nicht unbedingt als „Schatzsuche“ gedacht, sondern auch zum austesten und vergleichen verschiedener Tiefensonare im archäologischen Bereich.

Genaue Auskunft über die Ergebnisse unserer Arbeit kann ich leider noch nicht geben, da wir auf die vollständige Auswertung der Daten noch ein wenig warten müssen.
Doch hat Neil mir während der drei Tage einige interessante Beobachtungen gezeigt. So lässt sich in den Scans auf der Landseite des Gänsehäufels die ehemalige Schifffahrrinne des Hafens erkennen und noch einige andere besondere Bodenanormalitäten, die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen bedürfen.

Außerdem haben Gespräche mit den Anrainern gewinnbringende Erkenntnisse für uns gerbacht.

Das Interesse an unserer Arbeit war groß und wir durften viele Informationsblätter an Passante verteilen.Wir möchten uns an dieser Stelle auch herzlichst für die Kooperation bei allen die uns die Genehmigung für unser Projekt und Zugriff auf ihren Privatgrund, sowie für die freundliche Unterstützung der Anrainer bedanken!

Auch die Presse war zugegen und Cyril Dworsky bestand nervös, aber tapfer jedes Interview.

Groß war die Freude, als wir für ca. 3 Minuten in den ORF 2: Wien heute – Nachrichten erschienen und in so mancher Zeitung kurz von uns berichtet wurde.

Wer sich gerne noch weitere Fotos zu diesem Projekt ansehen möchte, ist herzlich eingeladen dies auf der Triton-homepage unter der Rubrik: Aktuelle Projekte zu tun!

Wir bedanken uns nochmals bei allen Beteiligten und Unterstützern!

Folgende Aktivitäten und Ergebnisse des Projekts werden natürlich auch weiterhin in Triton-Panorama berichtet.

Bericht: Helena Novak - Mai 2008