GESELLSCHAFT
Kurzer Abriss der Unterwasserarchäologie in Österreich
Das Bewußtsein für die historischen Güter unter Wasser wurde bereits 1863 vom Geologen A. von Morlet geweckt. Dieser forderte auch in den österreichischen Seen nach "den Pfahlbauten" zu suchen, worauf jeder Conservator angehalten wurde die Seen seiner Bezirke zu untersuchen.
Auch die kaiserliche Akademie der Wissenschaften unter Freiherr von Sacken schloß sich ein Jahr später, angeregt durch die Funde aus den Schweizer und Süddeutschen Seen, der Pfahlbauforschung an.
So konnten in den folgenden Jahren die heute berühmten Stationen "See" und "Scharfling" im Mondsee durch Matthäus Much oder der erster Pfahlbau bei Seewalchen am Attersee durch Graf Wurmbrand entdeckt werden. (Im Rahmen eines Projekts der österr. Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Elisabeth Ruttkay werden die Funde aus dem Mondsee derzeit ausgewertet.)
1874 konnte auf Anregung des Kärntner Landesmuseums die Pfahlbaustation im Keutschacher See lokalisiert werden, die auch heute noch unter der Leitung von Otto Cichocki erforscht wird.
Bis in die Mitte der 1880er Jahre konnten so zahlreiche Fundstellen erschlossen werden, ehe sich eine gewisse Stagnation breit machte.
Kurz vor dem ersten Weltkrieg wurde noch das erste Pfahlbaudorf in Kammern/ Attersee errichtet, doch wurde es 1922, schon im Verfall begriffen, für Dreharbeiten niedergebrannt.
Ein weiterer Versuch 1937 die Pfahlbauforschung zu beleben, scheiterte. Dabei wollte ein gegründetes Arbeitskomitee einen Pfahlbau im Mondsee auf "wissenschaftlicher Basis und mit modernen Mitteln" ergraben, ehe der zweite Krieg das Projekt stoppte.
Bis 1970 fanden nur noch vereinzelt Prospektionen statt, wie 1947 durch die Prähistorische Abteilung in Seewalchen.
Zwischen 1970 und 1986 wurden die Salzkammergut Seen vom UTC Wels und dem BDA, Wien unter der Leitung von J. Offenberger systematisch mit dem Ziel einer möglichst umfangreichen Bestandsaufnahme betaucht. Im Zuge dieses Unternehmens wurden bereits bekannte Stationen genau vermessen und zahlreiche neue Stationen unter Schutz gestellt.
Mit der Anfang 1999 gegründeten Gesellschaft für Feuchtboden- und Unterwasserarchäologie triton führen wir die unterwasserarchäologische Tradition Österreichs fort.