• Dampfschiffe auf der Alten Donau
Die Wiederentdeckung eines vergessenen Teils Wiener Geschichte
Ein Team von Wissenschaftern der Triton-Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht die ehemalige Dampfschiffstation an der Alten Donau zu untersuchen. Mit High-Tech-Verfahren soll diesem Kapitel der Donauschifffahrt auf die Spur gekommen werden. Unterwasserarchäologen und Geophysiker erproben neue Methoden von akustischen Suchsystemen um auch an anderen Fundstellen zerstörungsfrei zum Ziel zu kommen. Eine vorbereitende Recherche zu den Hintergründen und vorhandenen Informationen zur Dampfschifffahrt im 19. Jahrhundert wird seit September 2007 durchgeführt. Im Februar 2008 beginnen die ersten Feldstudien.

Dampfer und Mühlen

Vor 150 Jahren fuhren auf der Alten Donau regelmäßig Dampfschiffe. Hier lag die Anlegestelle für Personenverkehr. Erst der Donaudurchstich 1875 machte den Hafen unbrauchbar, denn so wurde die Alte Donau vom fließenden Gewässer abgeschnitten. Damit verloren auch die großen Schiffsmühlen ihre Existenzgrundlage. Das Gebiet kennt man aber auch heute noch unter dem Namen Kaisermühlen.

Zielsetzung des Projektes

Durch Verbauung und Regulierung der Donau haben sich vom Dampfschifffahrtshafen und den Schiffsmühlen keine sichtbaren Spuren erhalten. Diese dennoch aufzufinden und zu dokumentieren ist das Ziel des Projektes.

Geschichte und High-Tech

Neben der historischen Fragestellung wird das Areal der ehemaligen Dampfschiffanlegestelle auch zu einem Testgelende für die Weiterentwicklung zerstörungsfreier Untersuchungsmethoden in der (Unterwasser-) Archäologie. Das Fallbeispiel Alte Donau dient auch in der Ausbildung als Field School für Studenten der Archäologie um die Arbeitsmethoden der Unterwasserarchäologie zu trainieren.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN - HISTORISCHER HINTERGRUND


Da vom einstigen K. u K. Dampffschifffahrtshafen an der Alten Donau keine sichtbaren Überreste erhalten sind, ist die genaue Lage des ehemaligen Hafens, welcher bis zur Fertigstellung der Donauregulierung (ca. 1875) bestand, nur auf wenigen Karten ausfindig zu machen.

Im historischen Lexikon Wien findet sich ein Hinweis auf den Dampfschiffhafen. Demnach hat sich jener bis 1874 in der Nähe des nördlichen Ausläufers des „Dampfschifffahrtshaufens“ befunden.


Der früheste Beleg eines Hafens an der Alten Donau findet sich auf dem Übersichtsblatt der Kaisermappe aus dem Jahre 1829, zwölf Jahre nach der ersten Gegenstromfahrt eines Dampfschiffes auf der Donau. Einen genaueren Eindruck über die Hafenanlage erhält man von der Kaisermappe aus dem Jahr 1863 welche sich im Wiener Landes und Stadtarchiv befindet.

Bei der Donaudampfschiffgesellschaft (DDSG) wurden nach der Auflösung ein Großteil der Akten vernichtet. Ein geretteter Teil dieses Aktenbestandes befindet sich heute im Staatsarchiv, ist aber bis heute noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitet.

PROJEKTTEAM UND KOOPERATIONSPARTNER

Projektleitung:
Mag. Cyril Dworsky (Triton)

Recherche:
Mag. Alexander Schwille (Triton)
Helena Novak (Triton)

Geophysik:
Neil Jones (Shearwater Geophysical Company)

Kooperationspartner :
Dr. Otto Cichocki, Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS), Universität Wien

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